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Birmingham Brown

 

Ich weiss, wie lächerlich das klingen mag,

der Mond hat eins von Birmingham Brown’s Glupschaugen,

wenn er Charlie Chan als lebende Legende

 

ehrt, aber sieh nun mal den Zauber,

selbst wenn Birmingham Charlie

in einem Wagen, dunkel wie er selbst, herumchauffiert, schwarz

 

Als Kompliment, Imitation, und Anbetung. Lächerlich,

wenn nicht wundervoll, Birmingham’s enormer

Sinn für die Nacht, sich reinbewegend

 

Wie etwas dafür gemacht, daraus

gemacht; die Stadt, jede Stadt trägt

Sein Gesicht bei Nacht, sein Lächeln eine

 

Dienliche Laterne – oh; bewundere die Wolkenkratzer

Die aus dem Untergrund hervorstiessen wie

Blumen; deren Lichter gehen an

 

Und öffnen sich wie Blüten, die Putzfrauen

dort wie Bienen,

fleissig am bestäuben, Kübel

 

voller Nektar

mit Nabelarmen, Honig auf die Fluren giessen

bis der süsse Glanz aufpoppt, ein Mädchenspiel, bewusst und

 

Pubertätsanspruch geneigt.

Wie kann jemand, der diesen Ort als grossen Apfel sieht,

dies bloss verstehen? Es ist

 

Doch eher ein verdammter Apfelhain! Ich

merke, dass Birmingham

eine Beleidigung sein sollte, Schuld statt Sühne

 

seiner Rasse enragiert; Aber wir schämen uns doch bloss,

dass sein Kostüm und seine Maske so gut

passen, als ob wir glaubten, dass Kleider

 

Leute machen, aber hör gut zu:

Kein Polyester, keine Viskose oder

Kunstseidenbluse hat mich erschaffen. Und

 

Denk dran; sein Auftritt – im Drehbuch keine Biographie –

liess die Bodenrasse

nicht noch tiefer fallen.

 

Und überhaupt, wie wäre es, wenn die Welt –

so verrückt sie ist laut den Berichten –

mal umgekehrt kutschieren

 

täte; mit Birmingham nun an der Spitze?

Die Nacht bedient ihn einem Fürsten gleich; er fliegt durch sie

hindurch wie in der

 

Droschke; zu seinem Trost, öffnet sich von selbst in einer Weise,

dass er, wenn er sich auf Dich zu bewegt,

verschwindet, bis er dich dann erreicht; die

 

Nacht, Dunkle Frau, leidenschaftlich, ihre Liebe wuchtig,

zieht ihn in ihre geheimen Gemächer,

keinen lässt sie

 

Kosten. Ich kenne keine Namen,

achte nie auf Nationalität, nur Rasse;

Schwarz ist schwarz auf dieser Welt. Dunklere Momente,

 

Pestilenzen dominieren unsere Köpfe, stechen vor wie Wachen,

von denen niemand genau weiss,

was sie bewachen. Wie immer, Ustinov tönt mir

 

Mehr nach russisch als Georgia, für mich

magischer Ruf zum Reihentanz

und Pekannussaugen, Kuchen, Ohrenläppchen; Pfirsiche,

 

rasieren, was der Welt

Mannhaftigkeit erklärt. Aber echte Männer von

Atlanta (dulde keine Imitation) sagen

 

Es in einer Weise, die die Welt

nie mehr vergessen kann. Der Bart

von Ustinov mag mich nicht stören, er scheint

 

dem Zwecke angemessen:

Konterfei, Karikatur. Gebrochenes Englisch,

das von seinen Lippen stolpert, angemessen

 

In gefesselt Schritten. Und wie säh es aus

für Charlie Chan, wenn er nicht wie ein Chines aussähe,

erst recht wenn Ustinov

 

Sich seine Rickshaw Infantilität bewahrt, sein

ideographisches Vorschulgekritzel,

seine Stäbchenkrücken, die ihm beim essen helfen

 

Moo goo gai pan, seine ersten Worte,

selbst vor Mamasan oder Papasan, oder ist das

Japanisch? Wer weiss das schon,

 

der sein Gesicht erblickt,

Russenstoppeln pieksen um Vietcong,

Viet was-auch-mmer, scheuchen Hmong Frauen hervor,

 

oder gleichauf Kambodschaner

die sehen fast schon Polynesisch aus,

also weg da, lasst sie ruhn. Und was den

 

Rest betrifft, siehst du einen, hast Du alle gesehen,

über Sohn nummer eins schwebend wie ein Nebel,

sein Gesicht zu kühlen, unter Schminke

 

So verschwitzt, verdreht seine Augen.

Angemessen, Asienaugen

als Erfolgsrezept. Und Seide.

 

Ich wette, dass du Charlie zur Reinigung

bringen kannst; ist er nicht Chinese?

Kochen die nicht Reis und Kleider

 

In den selben Kesseln?

Ist das nicht das Jahr des Pferdes,

gebrochner, zahmer Hengst? Des Mongolen

 

Idioten? Peking Lockente?

Charlie sagte das, mehr kann er nicht,

Cliché für Cliché, Stereotyp für Stereotyp

 

 

Selbst wenn er anbei mit seiner Geisha

Schläft (was sie genau ist, mag ihn nicht kümmern, sagt er),

Gemeinsam sind sie Models für die Eisenbahngeleise,

 

Nur die Arme am Signalkreuz richten,

beide zeigen Richtung Ewigkeit, kreuzigen gleich…

Genau gleich, wir kommen wieder, all die Verfolgten

 

Untertdrückten, selbst wenn wir in den chop-chop statt

den choo choo Bahnen reisen.

Sie fahren in und durch den Schatten,

 

Wenn die tausend Kraniche des Hiroshima

Mädchens die Sonne kreuzen; Ihre Silhouetten, Ausrufezeichen.

Wir alle drehn uns um,

 

und wagen immer noch, davon zu träumen, uns durchzugraben,

nach China, durch den Kern der Erde

und der Möglichkeit, dort Einlass zu verdienen.

 

Durch den Kern gereinigt, den Moment erwünschend,

in dem die Würmer ihre Evolution zu Frühlingsrollen

vollenden und Schuppen zu Beute werden,

 

Die Tschunkenfahrer verleiten, uns mitzunehmen,

weil sie es sind,

die ständig auf dem Wasser waten.

 

Zur Hölle mit Peter stand auf Birmingham’s

Glückskeks; keiner von beiden,

Ustinov oder Jesu rechte Hand.

 

Auf dem Weg dorthin merken wir, wie Jesus

ohne Mühe zu Konfuzius wird,

mitsamt seinen Gleichnissen, sofern er das wünscht.

Wir alle pflegen Erlösung.

 

 

 

 

Ein kleines Etwas für Buckwheat und die andern Negerlein

 

Guck mal, die Drachenschnüre Deiner Haare.

Geknüpft wie Kügelchen und Kettchen.

Weiss Mutti davon?

 

Die einen nehmen dich (oder deinen Bruder Farina) zum Frühstück, ersäufen dich in Milch, besamen dich mit rostigem Zimtregen,

bestäuben dich mit körnigem Zuckernetz.

 

Manchmal warst du hässlich und ein Mädchen.

Manchmal warst du hässlich und ein Junge.

 

Buckwheat, ehren will ich dich,

und alles, was man uns als

Wege Afrikas beschrieb.

 

 

Hatten die Kostümbildner eine Ahnung,

wie sich ein Mehlsack anfühlt,

als sie nach etwas suchten,

das zum Unwohlsein in Deiner Haut

gut passte?

 

 

 

 

 

 

Lynchjustiz

 

Sie hätten schlafen sollen, hätten sie auch,

doch galt es nun, das Dunkel zu bekämpfen,

ein Feuer zu entfachen und einen Mann ins Flammenbad zu werfen.

 

Andre Seife tät es auch, solange Haut und Dreck das Gleiche.

Von Geburt an schwarz, von Geburt an verbrannt.

Sein Vater nicht im Himmel. Kein Elternteil

 

des Gräuels ist im Himmel. Papa würgt im Nebenzimmer.

Es ist Nacht, die Dunkelheit hat Luft verjagt.

Weiss sind wir wie

Leuchten

 

 

Doch mangeln tuts an Licht. Der Gott in meinem Vater leuchtet nicht.

Die einzig Leuchte ist der brennend schwarze Mann.

Heilig Feuer, heilig Sehnsucht,

Überbleibsel eines

 

Geists nach Gier. Mein Vater tauft mit Feuer,

grad wie es unser Jesus tut.

Verwandelt sich in heilig Geist, sobald er

Laken einen Priesterkragen überstülpt

 

ausser Kontrolle, Perkal von Dundee Mills,

50% Baumwolle, Dixie, Südstaaten, 50% Polyester, handgemacht, künstlich manipuliert, Mulattenstoff,

 

Durch Mischehe verzerrt,

nach dem Bade, der Mann hängt dort wie

frisch gewaschnes Hemd, die Hosen, am meisten

sündenfähig, fehlen.

 

 

Verkohlt,

sein Fleisch die Rinde,

sein Körper der Stamm. Wurzeln fehlen. Kann nicht ablassen von ihm.

Das ist Limbus. Das ist das Leben nach dem Tod,

wenn Gott eine Erfindung wäre, grad so eine wie die

 

Sklaven. So nehme ich die Nacht und ihren mondbehangen

Schatten zur Matrazze; Schwelbrand hält mich warm.

Hautflicken landen sanft auf mir,

an Stellen ohne Nähbedarf.

 

 

 

 

Freiheit an der Auslage

 

Einst sehnten mich die Augen eines weissen Mannes,

sein Blick auf meinem Slum-Teint haftend.

Vergess, dass seine Hände meinen Kurven

wie geschaffen kommen, sie flögen hoch zu

meinen Brüsten, sanft wie von Tauben gestohlen.

 

 

Ich habe mich entschieden: Ich bestell kein Weichbrot,

wenn die Kellnerin mit Bleistift näherkommt.

Den Hut, den trag ich immer, wenn sonntags der Chor nicht singt.

Drauf sitzt ein dunkler Vogel, der flattert schwer zum

Gospelklang und will aus der Stoffblume Nektar saugen..

Psalmen sind die Mäuse meines Geist, sie kauen, nagen,

zerren an Gedanken.

Weisse Männer sind die Mauern. Wem kann ich sagen,

wie sehr ich Wasser brauche? Im Trugbild, das nun folgt,

verwandeln Tauben sich in Hämmer.

Fliegen her zu meinen Brüsten.

 

Gewaltfrei bin ich,

reagiere nicht,

agiere nicht.

vom Stuhl gestossen verwandelt sich mein Körper in das,

worauf ich falle.

Der weisse Mann der wiegt sein Negerlein. Jedesmal ein Magus.

Er ist sein Vater, ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten.

Kann seine Zukunft nicht fahren lassen.

Im Menu hat es Tonfisch,

Grütze, Rind in Sehnsucht ähnlicher Tunke.

Er hat die Wahl. Ein Sternchen für den Tagesteller.

 

 

 

Der Tag vor Kindergarten: Taluca, Alabama, 1959

Ich schaute zu, als Daddy Mama Lelias Plumpsklo in die Luft jagte. Und das mit blossen Händen;

Schlangen, Schnecken

waren ihm egal.

Dann fuhr er los mit mir und Mama.

 

Beim Laden hielten wir an,

Sieht einem Haus ganz ähnlich,

Okra gleich vor der Tür,

Stockrosen, Kichererbsen.

Mama und ich gehen rein. Der

Ventilator lässt das Haar in Ruhe.

Sie neigt den Kopf nach unten, steht

vor der Theke lang herum.

Braucht nur ein wenig Faden,

besorgen könnt sie den auch selber,

Ein Korb voll hinter ihr.

Der Kassierer liest weiter.

 

Umfasst mein Handgelenk, bereitet Schmerz.

ich zerr mich los, greif nach ‚ner Puppe.

Kassierer schickt uns wieder raus.

Mama packt mich und zieht an

Daddy, der gerade eintritt, vorbei.

 

Wir verstecken uns im Auto.

Mama riecht wie saure Milch

Und Bleiche.

Daddy kommt zurück, schleppt einen Sack,

Kassierer dachte, er sei weiss.

 

Wenn der Laden Feuer fängt

Bin ich auf Mama Lelia’s Veranda

und schaue zu,

wie das Rot die Minze

wegschmilzt.

So ist es, das weiss ich.

Ein Ding nach dem anderen

Verbrennt.

Gurkengläser explodieren.

Mama Lelia fragt mich:

Wird’s bald regnen?

Nein, Mam, wird es nicht.

Ist Gott nicht gut!

Sie lacht.

 

Später,

der Rauch hat sich noch nicht verzogen,

stochere ich herum mit einem Stock.

Die Asche wirkt wie glücklich

Negerhaar. Riecht

wie der heisse

Lockenwickler,

der Mama’s Nacken angesengt.

Geruch ist so stark

er muss von hundert Nacken

stammen.

 

Ich schaue den Rauch an mit

der Puppe an der der Hand,

die Strasse runter läuft ein Mann,

könnte ein schwarzer sein.

Streich ihr wenig Asche

aufs Gesicht,

denn Angst habe ich nun

keine mehr

vor gar nichts.

Vielleicht sollte ich,

aber tu ich nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wegwurzel

 

Mein Saum frisst den Staub

der meinen Schritten mit Fliegengeistern folgt.

Der Weg ist eine Zunge sprachlos ausgestreckt.

Würde mein Gesicht zertrampelt, so würde ich zu diesem Weg.

Wann immer möglich, such ich dort, wo sich der Mund befand,

beklage seinen Haarverlust, wie nutzlos Zehen Staub durchpflügen.

Mein eigen Haar hängt runter wie alte Euter,

ich bin der Milchumweg, die Abkürzung zum Hunger.

 

Mistress Jane, Teigfarbe, in schickes Brot gewirbelt,

hefig, mehlig meine Hände, wenn ich sie bade. Es ist nicht sie,

die aufgeht und den Tag verkündet.

Sie will die Strasse nach Natchez, wenn sie mich anschaut,

mein Rücken will entzücken. Ihre Hand fühl ich nicht,

wenn sie, um mich zu führen, meine Schulter streift. Was auf mir liegt liesse sich nicht fühlen,

auch wenn ichs täglich wie die Epauletten trüge.

Selbst wenn ich meinen Kaliko ablege, ihr Handschuh,

eine Luftschicht bleibt, Häute separierend.

 

Meine Hände kreisten um ihren Nacken dem Wegrank folgend.

Hätt sie geschwiegen, so würde sie noch leben,

diese Worte sagte ich für Dirch (sagt‘ es auch zum Spiegel) vergrub mich während ich sie hielt.

Zerstreutes Erdwerk vom hastig ausgehobnen

Grab nahm nun den Elternweg wie ich.

Mistress Jane fühlte sich wohl im Boden

mit all den anderen Wurzeln.

Wer ausser den Fliegen wird mir glauben,

dass an ihren rosaroteren Stengel eine

rosa Blume hielt?

 

 

 

 

 

Interpretation eines Gedichts von Frost

 

Ein Mädchen steht im Walde, ganz schwarz und klein,

so jung, sie kennt erst einen Mann: Jim Crow

Doch durft sie ihn nicht „Mister“ rufen.

Der Wald ist seiner, achtet seinen Rand,

ein Zaun war dafür gar nicht nötig.

Natürlich mochte sie den Wald gern füllen,

sie, die so gewohnt an Leere,

gewohnt daran, wie man sie nimmt.

Gesicht, Gesicht, das ewig Braun

sinkenden Herbstes, Gras zwischen Schnee,

sich an die Rinde klammernd,

die präferierte Rasse, rasch schmelzend Idealismus.

Wenn Gras bedeckt ist, ist schwarz/weiss die einzige Option,

und Klarheit ist die letzte Realität; Ecken sind zwar nicht neutral,

doch stehen sie am Rande.

Sie schüttelt ab den Schnee, Verleugnung

vergeudet an das unachtsame Pferd.

Der Schnee mag sie nicht bannen, wie er’s gern hätte,

wie’s die blonde Sonne tut und viele dazu bringt, den Tag zu präferieren. Sie hat Versprechen einzuhalten,

Versprechen,  Jim keine Kegel zu schenken,

Versprechen, das Pferd nur solange zu reiten, als es die Reiter toleriert.

Versprechen, ihr Gesicht von Schatten unverwechselbar zu halten, mit vielen Meilen vor sich, weiter als von Andover nach Afrika.

Weiter als die Distanz zwischen Schwarz und Weiss.

Bevor sie schläft mit Jim.

 

 

 

 

 

 

November und Aunt Jemima

 

Wir sitzen am Tisch, und das ist schon Gebet,

man gibt sich hin dem Vorspiel zur Verbeugung,

indem man sich im Stuhl einklemmt.

 

Normalerweise essen wir wie in der U-Bahn,

unter Fremden, stehend,  um eine Schüssel zu vermeiden.

Doch heute ist Thanksgiving.

 

Schuldenlätzchen auf und

Bühne frei für Aunt Jemima, die Pancake Packung

auf dem Stuhl, gleicht der Familie

 

ohne Fehl. Hüften breit wie Kirchenzelte,

wenn auch von anderer Doktrin.

Zähne weiss wie Schock des Lynchmords, 32

 

Grabsteine. Ungeachtet ihres Kopftuchs wird weder sie noch ihre Schwester, die mich geboren,

verwechselt mit Zigeunerinnen.

Die Farbe der Korrosion, klassisch kann man sie nicht nennen.

Sirup, Flüssigform von ihrer Haut

fliesst wie versprochen

 

Milch und Honig, drum heissen wir sie einmal jährlich sehr willkommen.

Nicht einmal Christus wäre jeden Tag willkommen.

Ganz besonders Christus, der so undenkbar ohne Gericht,

wie sie ohne Pancakes, flache,

milde Steine nach ihr geworfen, von Leuten, deren Sünden weiss und unsichtbar

 

wie ihr Schmerz, Mischung in der Packung, nachdem die Knochen nun gemahlen.

 

 

 

 

Neubeurteilung einer Amsel

Nennen wir ihn Jim Crow.

Nennen wir ihn Nigger und schauen wir, ob er sich schneller wehrt, als wir abakadabra sagen können.

 

Und wer kommt heut zum essen?

10 Punkte, wenn du Amsel sagtest.

20, wenn du klarer warst als auf der ersten

Zeile.

 

Was findest du von hier in alle Ewigkeit?

Amseln.

 

Wer sang nie für meinen Vater?

Die Amseln, die kamen, eine nach der andern,

sie landeten auf dem Dach, das sie herunterdrückten,

bis es uns begrub. Warum sprangen wir nicht aus den Fenstern?

Hatten wir zu wenig Zeit?

Waren wir zu wenige

(13 an der Wäscheleine, 4 & 20 in der Pastete).

Wir hielten Händchen und

umarmten uns wie nie zuvor.

Man könnte sagen, die Amseln taten uns einen Gefallen.

 

Aber lasst uns nun schweigen und stattdessen auf die Krähen hören. Lasst sie uns mit ihren Zungen schlagen.

 

Problem: Was machen wir mit 13 kleinen, schwarzen Zungen?

 

Lösung: Gebt sie weg. Behaltet sie ein für Lösegeld. Macht Gürtel. Kleine Schlingen für kleine Hälse.

 

Problem: Die kleinen Schlingen passen nur an Finger.

 

Lösung: Heiraten!

 

Problem: Niemand mag die Amseln.

 

Lösung: Bemalt sie weiss, nennt sie Visionen, dann wollen alle eine haben.

 

 

 

 

 

 

Für Jesse und noch eins drauf

Manchmal ist Würde bloss ein paar gebrauchte Schuhe, die einst andere Füsse in die Nacht an Benefizanlässe trugen, dort, wo die Zukunft in den Händen von Börsenhändlern mit Kristallkugeln liegt, zerbrechlich wie die Welt, wie die Pinata an einer Gala mit Thema Mexico. Man sagt olé und salud, wenn man die Gläser hebt. Das Licht gedämpft,

 

Denn ihre Vorstellung von Armut ist vergilbter, veraltet, wenn erlesener Alkohol das Blut glasiert und hetzt wie flüssige Rattten.

Das nennt man Schwips. Das vergleicht man mit den guten Taten der Bienen, Pollen bringend, Staub so fein, ein Quentchen Staub, dies weiche Plättchen Heroin oder ein harmloses Duplikat, Block Drug Company BC pulver in Wachspapier verpackt und so verdächtig, dass man die Nervenschmerzen besser spürt, Ischiasschmerzen ausgenommen.

 

Wohlfahrt tut so gut wie die Regeln mit der US-Limbostange, unter die die Löhne kriechen, und Jesse sagte es, hört es mit meinen eigenen Ohren, sah es mit meinen eigenen Augen, und jetzt zieh ich los, dem König zu verkünden, dass Jesus obdachlos geboren mit alleinerziehend Mutter, wie die Pendants im sozialen Wohnungsbau, Gassen, U-bahn Schächte, verlassene Busse, Mietskasernen Frauenklöster, Marienorden, immer wieder gottgewollte Kinder, Unser Vater immer noch im Himmel, fern von Alimenten, doch Dein Wille geschehe sowieso. Eine Frau

 

Liebt ihren Mann ganz telepathisch, verschwunden ist er,

irgendwo nach stolzer Arbeit suchend, fern von zahlen, prassen und verschwenden. In Hameln war das noch so einfach.

 

Neuerdings hats so viel Rattenfänger im Quartier,

jedes Kind hört die Musik, von der er gar nicht lassen kann,
Groove und Hip Hop bis zum Felsen, dem Mausoleum eines Berges. Nichts tröstet mehr.

 

Alle wollen sie nach Hause, zum Süssen, zum Bescheidenen, das Hurenhaus, Drogenhöhle, Armenheim. Tu, was du nicht lassen kannst, gönn dir Geschmack, wenn Du kannst, und zählst du auf Geschmack, ansonsten lass  sein.

 

Wenn man die vordere Rundung der Toilette scheuert, fühlt sich das an, als poliere man eine Trophäe, eine Miniatur der Siegeryacht. Beim spülen sieht man gar die Flut. Sachte, sachte – so ist’s gut; das Boot bewegt sich nicht, mächtig ist der Anker, brütend Eisen, den Lehm am Flussgrund klammernd, den das Wasser knetet, bereit, Menschen zu formen, die Hoffnung allen Lehms von Anbeginn. Und nein, Hoffnung ist nicht besser als nichts; die beiden sind sich ziemlich ähnlich. Doch halt sie dennoch am Leben, vegetativ, an der Maschine hängend.

 

 

 

 

 

 

 

 

Redbones unspektakulär

Wir zählen das Jahr 1960 und im Redbones hat es Leute. Eine Jukebox hat es auch, warum hab ich das nicht gleich gesagt? Musik, Gespräche, Queue, alles voller Perkussion. Der Rhythmus impft ein, was aus dem Boden rumpelt, verrückter U-Bahndonner. So dunkel, dämmrig ist es dort, Zähne, Augen, rote Lippen unbegleitet, wie mir scheint. Und das ist hübsch. Im Redbones sind die Hintern konvex.

Auch das ist ganz hübsch.

 

Brave Dekane und feine Schwestern boykottieren W.T. Grant’s, zu Redbone’s Nischen, die zu Kanzeln werden, sobald Dekane und die Schwestern Händchen halten. Ich mag die Männer mit den goldnen Zähnen, Fundgruben nenn ich sie. Den Lehm von Alabama zäh durch Backen-, Schneidezähne ziehend.

 

 

 

 

 

Fünf Wunder

 

1

Wir ernten Mais von den Kolben,

die farbenen Körner verteilten wir auf rote,

gelbe, schwarze Häufchen.

Niemand hatte uns so instruiert.

Wir taten dies von selber,

um Mutter zu zeigen, wie wir

unterscheiden konnten;

Rote in Schalen,

Gelbe in Gläser mit Datum aufgedruckt,

Schwarze in die

Ecke nah beim Ofen.

 

2

Lutie Watson schluckte eine Schlange,

damals, als sie Wasser trank am Fluss,

wo Lyncher Jo-jo’s steingefüllten Körper tauchten,

Die Schlange war wohl Jo-jo’s

transformierte Seele, weil jetzt ist Lutie

wieder schwanger,

übers Alter weit hinaus.

 

 

 

3

Ging zu einer Zigeunerin.

Die hatte noch nie so eine

lange Lebenslinie gesehn.

zog sich vom Daumen

bis zu meiner Schulter.

 

4

Hasenzähne mag er haben,

hässlich auch noch obendrein

doch er ist kein stumpfer Stumpen,

Schultern breit

Als ob sein Kopf

Auf einem Güterwagen sässe.

Ich geh mit ihm spazieren

durchs Italiener-, Polen-

was-auch-immer Viertel,

rundherum verbeugt man sich.

Auf seinem T-shirt

(Spezialanfertigung) steht:

Home grown in Darkest Africa

 

5

Was macht ein hübsches, schwarzes Ding

wie du in Neu England?

Ich denk, ich ändere meinen Ruf.

 

 

Eine Godiva

Ich selbst sah sie immer als Atavismus mit

Primatenwurzeln,

bald schon wieder vergessen. Aber

 

Was tät ich mit dem Zeugs,

weicher als eine Hand, ein Spuhle

von meinem Kopf abgewickelt

und schon Gold, bevor

 

Der Weber kommt mit gleichviel Talent;

Mein Einwort-Name rivalisiert mit den besten:

Rumpelstiltzchen, Gott.

 

Da kam der Ruf, und ich ging hinaus als Hecke

in Coventry, auf einem Pferderücken, die Sonn‘

die Farbe meines Haars vergährt in Grog, der nicht

 

vergeudet wird. Iss, trink und sei heiter,

das sind nicht blosse Worte. Den Tisch

hab ich nicht für ein Fest, sondern für eine Operation bestellt.

Das Messer soll zu meinem

 

Herz der Schwarzen Frau

vordringen. Sie hatte

eins im Jahre 1057, sie hatte sogar einen Kontinent,

der weder ausgesöhnt noch

angezogen war. Brüste hängen wie es Früchte

 

sollten, nicht von einem Baum gepflückte Plastik,

Museumsstücke. Etwas, das dir gut

tut, ohne Medizin zu sein. Und ich

 

bin ihr vererbter, nicht länger buchstäblicher,

sehn mich nach Gründen,

die Kleider abzulegen, die das Leben nicht erklären

und alles verzerren, was uns

 

Gott gegeben, zugleich versucht, Metapher

für Geschenk zu sein. Sollte es mir gelingen,

gäb es einen sterbenden Tarif. Ich reite

wie morbider Midas, meine Lippen,

 

meine Finger drängen ihre Liebesdinge in

ihr aller goldenster Stille. Der gewöhnliche

Todesreiter erhielt Urlaub

wegen guten Benehmens. Mich sorgt nur,

 

dass mir das gefallen könnte, dass ich mein

Herz der schwarzen Frau entwende und in

ein totes Ding verpflanze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Brautjournal

 

1

Der Raum füllt und füllt sich wieder,

ohne sich zu leeren. Das Licht ist alt, verstaubt.

Sein Wille hält das Holz

zusammen, Gedanken pressen Klötze

zu Brettern. Spalten weit

genug zum flüstern.

Spinnenweben Pontons gleich

von einer Wand zur anderen.

 

 

2

Sein Profil hat was

von einer Küste,

gewildert Land

wo Winde Bäume fällen,

nur um sie nackt zu machen.

 

3

Der alte DeSoto will nicht starten.

Ich starre durch die Scheibe.

Wir sehen nicht aus wie

das Paar in der Broschüre,

nicht wie meine Familie dachte.

 

4

In der Hütte

Sitze ich ihm gegenüber,

den Hut behalt ich an, den Mantel.

Er sagt nichts,

Räumt meinen vollen Teller vom Tisch,

nimmt ihn nach draussen, wirft ihn hoch und

schiesst drauf.

 

Knackt seine Handknochen

an der Türschwelle, schüttelt Schnee ab,

trägt mich über seiner Schulter.

Sein Reissverschluss tönt ähnlich einer Säge.

 

 

Dementi

Das hier soll ein Dementi sein. Die Millers sagen, ich hätte ihren Knirps gestohlen. Die Mutter fügte an, er sei noch nicht einmal entwöhnt. Und ich soll dann sagen, ich hab noch nie ein Kind mit Namen Miller gesehen, von Miller kenn ich nur das Bier. Ich muss auf meine Schenkel klopfen, mich aufführen wie eine lustige Lesbe, die, wenn sie schon ein Baby klaut, das Gender mehr beachten sollte. Der Junge dieser Millers ist hyperaktiv. So sagt man mir. Und ich sollte sagen, ich sei nur wie der General der Heilsarmee, der Kinder aus den bösen, brennenden Häusern rettet. Ich habe eines dieser Gesichter, die die Zeitung oft verbreitet, vom Bullenkünstler porträtiert. Ich sollte wohl bei Zeiten wiehern. Ich muss wohl meine Beine kreuzen auf dem Tisch, mich derb und unfein geben. Mein Anwalt mein, ich solle nicht auf unzurechnungsfähig wetten, ich soll bloss so tun, als ob ichs sei.

 

In Wahrheit schaute ich aufs Baby, als sie im Urlaub weilten. In Wahrheit hatten sie das Baby als Entgelt für Spielschulden erhalten. In Wahrheit bin ich der Ersatz, und ich entschied, das Baby zu behalten. Schau mal: Der Abdruck auf dem Mutterleib. Das Kind, ich hatt es und verlor es wieder. In Wahrheit hänge ich am Lügendetektor, Nierendialyse, Kathodenstrahldekoder, Kürettage und Depilage von selbst, Versuche, eine Überdosis Morphium zu erhalten. Versuche.

 

 

 

 

St. Alexis Hospital: Besuchszeit

Ich frage, ob sie sich daran erinnere,

dass sie dachte, Nonnen seien unsterblich.

Hab noch nie ein totes Exemplar gesehen.

Ihre Antwort.

 

Unter dem Bett hervor zieht sie

die Kiste voller Rosenkränze.

Eine Meile lang vom einen End zum anderen.

 

Nun aber weg mit dem schwarzen Rock.

ich bette sie ein.

Schüttle Krümel vom Missale.

Knips die Lampe aus, lass uns von der

Selben Dunkelheit berühren.

 

Sie erzählt mir von der verrückten Nonne,

die wollte, dass ihr Flügel wachsen.

Jeden Abend Lilientau, Marienmilch

Auf ihren Rücken.

 

Ihr Fieber bringen sie nicht runter.

 

 

 

 

 

 

Ein Kind ist tot seit einer Woche

Wir wechseln uns ab.

Wir ziehen sie an und richten sie her.

Gleich am Fenster zur Strasse.

Unser Wunder ist ganz simpel;

Ein warmes, frischgelegtes Ei,

auf einer Wange sanft gewogen,

dann im Essig aufgekocht –

ein wenig aufgebrochen und dann

bei Ameisen vergraben.

Sobald das Ei verzehrt ist,

Wird sie neu geboren.

 

In der Kirche sind wir nicht willkommen.

Ich geh nur bis zum Vestibül,

die Lieder kann ich sogar hören.

Ein Sigrist öffnet mir die Türe.

Wir brauchen nur ein einfaches Gebet.

Herr, lass die Tierchen fressen.

 

 

Diese Xanthippe

Diese Xanthippe verliert ständig die Beherrschung, bezichtigt betrunkene Männer auf der Ausschau nach einem Puff, sie hätten es gestohlen; ihr Tagebuch

 

Ist voller Lügen. Zwei Tage später

fischt sie ihre Wut aus dem Abfluss, wo sie es verloren hatte.

 

Zermalmt ihn mit ihren Zähnen, den bitteren Geschmack

ernüchternd bis ihr Temperament durch die Zwischenräume bricht,

 

Aus dem Salz- und Pfefferstreuer oder aus dem Brausekopf

Explodiert es  über ihrem Kopf wie Insektizid.

 

Solche Verluste sind gering,

ihr Buckel ist ein Versteck. Monate geht sie

 

Ohne eine Oase, ein ganzes Leben ist sie weg.

Sie weiss nicht, wie sie diesen Ort benennen soll,

 

Wo Butter die Löcher im Brot verstopft und es erstickt.

 

Wo Ziegen rückwärts fliegen,

ihr V wie einen Reissverschluss verschliessend,

 

Wo sie keine Ahnung hat, wie lange es noch geht

bis ihre oberen und unteren Zähne sich verhaken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landschaft mit Saxophonspieler

Das Übliche ist dort,

Dumpfe Bäume aufgemacht wie Sonnenschirme,

Pessimisten wollen immer Regen,

Kücken, flattern mit den Flügeln

wie der Schwindler, der die Karten mischt;

Nichts besonderes, ausser der Saxophonspieler, der zum Spiel ansetzt und spielt wie Wölfe, die nach Schweinen lechzen,

All die schlecht gebauten Häuschen wegblasend,

die Blätter von den Bäumen, das

Wasser in die andere Richtung, das Pique-Ass in den Boden rammt mitsamt des Schwindler üblen Plänen.

Bitterer Streit bringt Erdrutsch und Lawinen; Sein Spiel erschüttert die Erde, nicht Geliebte, die mit falschem Zeug zu schnell zufrieden.

 

 

 

 

 

Szene von “Der Geist des Bienenstocks”

Isabel stellt sich tot, doch Ana lässt das unbekümmert. Sie erzählt Isabel, was die Toten noch erfahren müssen. Isabel wollte sich nur hinlegen mit der neu erlangten Weiblichkeit, saugt am blutigen Lippenstift, wenn Ana den Körper verlässt, um Gras, das braun ist wie die Peitsche vor dem Fenster. Nichts bringt Isabel zum reden, da ruft Ana Milagros die Katze, just bevor ein Gartenhandschuh ihr Gesicht bedeckt, damit die Schandtat lautlos von sich gehe, doch plötzlich bäumt sie sich auf, schimpft und hebt die freche Hand, bevor sie durch das Feuer rennt, die Haare färbend. Diese Nacht geht Ana aus, betrachtet, wie der Mond aufgeht wie sie’s noch nie gesehen hat.

Ihre eigenen Augen blauen Mondes in weissem Rauch eines reinen Feuers, und das schleifende Metall gibt nach, der Motor zähmt.

Das Tageslicht so grell, macht müde,

Schatten ist zu klein und rar. Ein Mann springt aus dem Zug in eine Wolke und die Kamera verlängert die zwei, drei Sekunden, in welchen er fliegt. Wechsel zum Morgen danach; die Regungen sind alle zu subtil, „ruhig“ und „fest“, doch sie müssen hinhalten.

Ana’s Erwachen ist eine Rückkehr ins Bett neben dem anderen Bett, in dem Isabels Auferstehung zu oft passiert, um als Wunder hinzuhalten. Angeblich träumt Ana mit geschlossenen Augen, um ungestört zu bleiben, und der Mann, der vom Zug sprang, geht davon aus, dass Ana das eine Mädchen ist, das Frankensteins Monster nicht töten und wie eine bleierne Blume in einen See werfen wird, er schlägt sich zu Ana ohne ihre Antwort zu wiederholen. Er ist ein Hochbeet. Er soll ein Krimineller sein, doch filmisch festgehalten ist nur, wie er aus einem Zug steigt und nach Unterschlupf sucht; jetzt zieht er die Taschenuhr von Anas Vater hervor, und sie spielt Anas Kindheit, ein Lied, das nur seine Augen neidvoll verfolgen, selbst das wird er verlieren. Das könnte das Verbrechen sein, ausser dass Ana ihm die Uhr gegeben hat zusammen mit Vaters Mantel mit der Uhr darin. Dann spielt es keine Rolle, denn ist es ein neuer Tag, einer, der Ana zum Brunnen des verlassenen Hauses, dessen Tiefe, Echo, Kälte und dunkle, angehäufte Dichte, Oberfläche die das Dorf nun braucht. Der Mann ist weg doch Ana vermisst ihn nicht lange, sogleich ruft sie nach dem Monströsen statt dem heiligem Geist, wie eine Blume ihre Hand ausstreckend, eine Blume einer kurzen Jahreszeit. Sie singt, doch belegen kann ich’s nicht.

 

 

Frühlingsputz bei der Wache Lewiston

Im Keller,

eine Kiste Menschenknochen

ausgegraben

Nah der Camas Prairie Railroad Bridge

Per Zufall.

Die Polizei erfüllte

Nur ihre Pflicht,

als sie die Knochen

in eine Kiste

legten

und sie dann

neun Jahre lang

vergassen.

Ein Vorbericht von 1971

Vermutet

Knochen einer Eingebornen,

nichts Abschliessendes

konnte man erfahren

die Knochen können

ja nicht sprechen.

Sie sind jetzt bei

Der Uni Idaho.

Sollten es

Indianerknochen

Sein

So gehören sie

Den Nez Percé;

Falls nicht

Gehen sie zurück

In die Kiste.

 

 

Das Wesen des Morgens

Arm gebogen für den leisen Gruss

Zahn um Zahn geputzt, rauf und runter; meine nächste Pflicht:

Die Fahne hissen, Halbmast oder voll, weiss nie,

obs einen Grund zum trauern gibt.

Sonnenstreifen scheinen nieder, als ob der Bauer Wolken

in sein blaues Silo stopfte, damit er nicht darin versinke,

nicht untergehe, aber das ist klar,  unkompliziert,

einfach zu erhellen wie der Konkurs, in den er eh versinkt.

Ein Rechen voller Strahlen lockert Gräser,

trennt auf bald endende

 

Umarmung, übt sich in der Last zu lösen all

die Dinger, die schön sind, weil sie sich so ähneln,

ein Bündnis gegen all den Magnetismus. Amandla.
Zähne sollten funkeln, glänzen, nicht gelb in

spröde Seiten, Schnuller aufgehoben, unvergänglich.

Vergilbtes Hochzeitskleid, gestopfte Schultern,

Unterrock, die Braut wird darin überflüssig.

Und hier ein Grund zum trauern;

Trauzeuge weg, an seine Stelle tritt

ein schwacher, blasser Bräutigam.

Das passiert an jeder Hochzeit.

 

Entschuldigung reist inkognito. In Form einer Zahnbürste,

in Form eines Dienstmädchens, das mir die Drecksarbeit erledigt,

meine Hände sauber lässt, meine Ellbogen vom Tisch,

meine Gedanken frei vom Bauern. So viel ist gut:

Das Tischgebet kommt vor dem Essen an die Reihe,

denn Zähne sind die Gladiatoren.

 

 

 

Der Unfall an der Eierwand

Ich weinte über Humpty-Dumpty.

Meine braven Eltern liessen mich frühmorgens

Beerdigungen simulieren.

Die Mauer machte mich ganz traurig,

Humpty’s Trennung, er hat sich nie für sie entschieden.
Des Königs Pflichtbesuch am Ort der Katastrophe.

„Eier!“ schrie ich, liess alles zwischen Schalen liegen.

An einem Sommer schrieb ich bei der Einfahrt hundert Meilen.

Ich jagte Loyalisten, ohne Chance, sie zu kriegen, da ich ja an der Mauer wohnte. Total unverbaute Sicht, ich hasste sie.

Auf beiden Seiten Mädchen, die Heidi-Rolle zugeschnitten.

Mein Springseil flog wie lange Zöpfe, die mir fehlen.

Die Strasse aus Granit, langezogen Grab der Gross- und deren Väter. Ihr Weg führt nicht zum Dörfli in den Alpen.

Am besten war es, weiterhin nach links

und rechts zu schauen, und Mädchen,

denen Ahnen nichts bedeuten, zu verachten.

An der Mauer wollen wir nur Leichtes.

Immer wieder Eierschalen auf dem Weg, die Humpty-Dumpties fliessen aus und sterben Gnadentot der Sklavenbabies.

Mein Leben an der Mauer ist so schwierig.

Ich möchte Heidi hassen, kann es nicht.

Ich kann nicht ständig tragisch Eiertod verhindern.

Schau ich die Eierwand herunter auf die Trümmer, die aus mir  hervorgebrochen, da scheint der Inhalt

golden weiss wie Heidi.

 

 

 

Sonnenschein erreicht die Second Avenue

Das Tageslicht verkündet

Den Anbeginn sechs Stunden alten Tags.

 

Und vor uns allen undankbare Arbeit, denk

 

An die Hingabe der Fische, die singen vom

Gesichtsverlust, ein

 

Ort für Eucharistie. Der Mann, eingebettet

unten bei der Strasse,

 

Pontifex des Asfalts ohne Brot,

Atem und Segen.

 

Der Strassenkehrer

Wischt die Beichten auf.

 

 

 

 

 

 

Nachmittagsschläfchen

 

Ansted passt beide Wege in die Wiege

Und flüstert, den Schlaf katalogisierend

 

Macht alles delikat;
jeder Zischlaut wird Gebet und

 

Alles entsteht daraus; mit Diesel vollgempumpte

Rümpfe beschuht mit achtzehn runden Schuhen

 

Verwandeln sich in Zehenspitzen, je nachdem,

was Abstand filtert. Im Keller diskret gurgelnde

 

Dampfrohre, besorgen ihre

Arbeit und

 

Publizieren Wärme. Eine Woche

als die Heizung nicht betrieben,

 

Wir zitterten, vierköpfige Familie, verwandelt in

die Saiten eines feinen Instruments.

 

Erweiterung der Tonart

in rechten Händen.

 

 

Salbung

Zur Bruderschaft schneiden Jungs sich in die Finger.  Die Mädchen tauschen Cortikes, ich und Molly tun das in der öffentlichen Toilette im Kaufhaus.

 

Ich und Molly erinnern uns nie an unsere Geburtstage. Mit Absicht. Ranglisten gibt’s bei uns nicht. Wir mögen uns weder wägen noch messen.


Molly und ich haben Bier gekostet. Wir haben Shampoo getrunken. Wir gingen zum Doktor und stiessen mit dem Becher an. Wir schluckten nichts. Wir gurgelten.

 

Wenn ich und Molly das Bedürfnis haben, behalten wirs im alten Zustand. Es scheint ganz unversehrt.

 

Gemeinsam haben ich und Molly normale Sehschärfe.

 

Ich und Molly ewig in der achten Klasse. Dort passt es uns. Wir lieben die Aussicht. Wir schauen rechts und schauen links, lassen die andere Strassenseite sein. Andere, die dort waren, kehrten nie mehr heim. Es war eine Falle.

 

Ich und Molly machen weder auf Affe, noch spielen wir verrückt oder mit Spinnern. Wir bleiben, wer wir sind. Wir bleiben, wie wir sind.

Ich und Molly haben uns den Hintern gewischt mit Farnen. Unsere Finger benutzten wir als Tampons für den Notfall. Ich und Molly machten etwas aus allem, was wir haben.

 

Ich und Molly wischen die Wandtafel mit unseren Haaren. Die Kreide gibt mir und Molly eine Idee vom Altern; staubig, Niessreiz provozierend; wir haben Kreidenallergie.

 

Ich und Molly, M & M, zergeht im Munde.

 

Was machen wir in deinem Mund. Ich und Molly wetten, dass Du’s nie rauskriegst. Nicht in tausend Jahren. Solange wollen wir hier verweilen. Gemeinsam so lange. Selbst wenn wir den Augenblick einfrieren, eine Photo wie echt.

 

Mir und Molly ist egal, was andere denken. Wir sind bloss froh, wenn sie das tun.

 

Ich und Molly lecken am Morgen den Tau vom Gras, doch nach Honig schmeckt es erst, wenn wir uns unsere Zungen lecken.

 

Wir tragen schwangere Matrosenröckchen. Dümpeln auf meinem Fruchtwasser. Die Fallaktion beginnt, Molly rutscht mein Kompasshäuschen runter, ihr Fruchtwasser in mir wie eine Salbung.

 

Die Wonne wenn, im Augenblick des Seelenfriedens, das Trockeneis die Haut verbrennt.

 

Wie soll die Freude bei uns bleiben,

wenn wir sie gar nicht einbehalten ?

 

Nicht einmal Ausrottung hält mich davon ab; wenn

ich genügend Hunger spühre, so folge ich dem Wisent,

Haare hängen von ihrem Bauch wie die Fransen der Lampenschirme

von Tiffany; man kann sie anknipsen, wie ich meine Panik,

Schritte, deren Geräusch meinem frisierten Herzen gleicht,

getürkt, neunzig Pfund, wie ein siegreicher Halbtakter.

Niagara Falls ist der Himmel der Büffel.

Ihr Geist in seiner Gischt.

Dort trampeln sie weiter,

liefern den Strom für die Tiffany Lampen,

die uns ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Schnee bedeckt die Stadt,

die ihren Namen trägt; Buffalo Spirit Chips schmelzen,

um den Untergrund zu füttern,

die politischen Rastalocken ranken der Wurzeln.

Und dafür ist kein Platz in der Realität,

 

trivial neben Gesichter von Süchtigen hingestellt,

deren Augen vom Aussterben so eingesunken,

graue Riffel wie Rennbahnen der Hürdenläufer unter ihnen,

Pupillen wie bloss weitere Nadelfelder.
Und ihre Arme; das Fleisch beim Mond in der Lehre,

himmlischer Antikörper. Jedesmal, wenn ich es benutze,

ist der Regenschirm nach aussen gekehrt,

Metallvenen, total verhärtete Arterien und Überleben

ohne inwendigen Fluss, nicht auf den Meeresurprung deutend,

alles nur vom Zufall, oder Gottes Geschwür offenbart. Aber auch,

von innen nach aussen gekehrt versucht der Schirm sich als Bouquet,

oder wenigstens die grobe Verpackung von jemandem, der viel durchmacht,

ohne viel verbindenden Geruch zu verbreiten,

bevor der Platz in einer Vase sich an den Raum,

an die verwelkenden Gedanken und an die zurückgebildete Haut gewohnt hat.

Doch der Geruch der Blumen hebt die Mundwinkel als ob der Mann in der Mitte dieses Elends sie im Walzertanz in die Luft gehoben. Das ist so wahr wie Krankheit. Der Zeuge Jehova’s

 

wird jeden Moment an meiner Türe aufkreuzen mit seinen Papierchen,

eine unflexible Agenda, und ich werde ihn nicht reinlassen,

weil ich ein rosig blau-gelbes Bild male (Trauer und Feigheit).

Ich bin eine Art Alchemist. Ausgestorben.

Er würde mich warnen vor dem Ablauf der Zeit.

Ich würd ihn korrigieren: Zeit ist schon abgelaufen;

drum wiederholt sich die Geschichte, darum kommen wir nicht weiter.

Die Freude, die kommen soll, sollte besser gleich jetzt erscheinen:

Cheer, um den Schmutz wegzuwaschen, zwanzig Mule Team Borax und Arm & Hammer

um die Kraft von Cheer zu verstärken, Bleiche mit Zitronengeruch und Ammoniak

zum Spass der Nase, verbessert – verändert – Tide,

schon fast Allzweck Stärke, die jede Schlappheit heilt, ausser Impotenz.

Wir feiern Master-Card, hier uns zu knechten,

uns in die Knie zu zwingen, das Protokoll, das wir einhalten,

in Gegenwart des Oberhauptes unseres Schuldenstaates,

immer weilt es unter uns, von den Palästen,

Weissem Haus und Kremel ausgeschlossen.

Jedes Ritual ist ohnehin nur stilisiert, hat Muster,

Wiederholungen, zum Tanzen ganz geeignet.

Hier kommen Spitzenschuhe, Pinselstriche, Oxymora. Freude

 

Auf den Zungenspitzen. Und zu dieser Welt: Lasst ihren grossen Durst und Hunger zum grandiosen Durst und Hunger werden.

Lasst das den Bruch des Herzens zur Alternative zum Unterbruch, zur Kaffeepause machen. Fünf Minuten mitten im Morgen, Gefühlen gewidmet.

 

 

 

 

 

Mai Pen Rai

 

Ich lausche seiner kehlig schlurfenden Stimme,

derweil der Vorhang über mir wie ein Mosquito Netz. Seine Stimme erinnert mich an Frauen, die singen beim Waschen mit Steinen.  Ihr Haar fällt über ihre Augen

wie ein zerfetzter Vorhang.

Eine Thai-Frauen zieht ein Totenbein aus dem Wasser,

von Laos angeschwemmt, passt nicht zu dem von gestern.

Sie hat bei sich Geschenke von dem Lumpensammler,

der jetzt gerade unter meinem Fenster steht.

Sein Schrottwagen schleicht im Tempo eines Gletschers.

Regungslose Thais, und Glieder liegen überall herum, Knochenzaun nen halben Meter hoch und wachsend.

Wir saugen an Spareribs beim Familienfest, verputzen Mark und Fleisch und schmeissen alles weg.

Es sind keine Boomerangs. Die Thai-Frau behält auch diese Geschenke; Warm ist‘s in der Knochenpyramide. Ich wünschte mir, der Lumpensammler wischte seine Stirne und knöpfte seine Bluse auf. Ich wünscht‘, er wollte Limonade. Ich würde dann die Thai ausführen.

Ihre Arme könnten die leeren Krippen im heiligen Land festhalten.

Die Granate in den Armen ist ein böses Ei, sie setzt sich drauf,

verjagt die Gaffer, sie sollen laufen.

Im Namen tauber Indios von Bolivien, Schatten

durch die Steppe folgen und verkrüppelt einbeinige Kreuze,

Sie hebt den Himmel und sagt Mai pen rai, mai pen rai,

es macht doch nichts. Mimosas wären mir nun lieber, Erbeeren in der Jahreszeit, vom Pike’s Peak her ersichtlich, aber nicht in diesem Leben;

Jeden Tag des Lumpensammlers schlurfend Stimme: Mai pen rai, mai pen rai. An ihn glaub‘ ich.

 

 

 

 

 

Fang den Atomaren Blumenstrauss

Soeben schaut‘ ich „Eyes on the Price“

Zwanzig Jahre hintendrein. Sortiere meine

Gewinne. Ein literarisch unbegabter Gatte,

ein Baby vom Körper eines Teenagers,

die Tochter einer Schwägerin für untauglich erklärt,

 

rechtlich ist sie kaum mehr Tochter, kaum noch eine Nichte,

Familiensinn so fern von ihr, auf Gottes Gnaden schwanger

mit dem Kinde ihres Samenvaters; und der grosse Preis:

Endlich ein Baby meines Blutes, das Ende der Entschuldigungen.

Stop. Kein Preis: das Labyrinth. Stop. Autoren, so glauben viele,

müssen schreiben, was sie wissen und nicht,

was sie gerne wissen möchten.

 

Das Spiel hab ich gespielt und eine Münze reingeworfen.

Milchflasche mit Hymen. Ich verliess den Kiosk,

Stopfflamingos, Bernhardiner

hängen von der Decke wie gerupfte Hühner,

Enten, Zwiebeln, Aale im

dem Freiluft Hanzhou Stand.

 

Praktisch fixe Installationen.
So will’s das Glück, und Glück

tritt auf mit volatilen Gagen,

ohne Jammern des Verlierers

zu beachten;

so ist dies unfruchtbare Harren

gelegentlich der Preis, nie in die Welt gebracht.

 

Zum Trost

Gibt’s immer Hiroshimas Fratzen

Die an den Wänden klebten,

Quäler der Apokalypse.

Trophäen der Apokalypse.

Niemand fing den Blumenstrauss der nuklearen Heirat.

Blumen wie vom Scherzartikelladen.

 

Und jetzt betracht ich den Flamingo,

er insistiert, zieht ein Bein hoch,

so dass nur er nur zum verschissen..

 

 

Güte und das Salz der Erde

Jemandes Mann hat dich misshandelt, beim Trommeln auf dem Tambourin, statt auf der Brust. Sonntag morgen früh, es war wohl Ostern, denn irgendwas kehrte zurück vom Tod; es kam mit einem Ehering, war schwarz und lächelte – war gut. Du wurdest schwanger. Auch gut. Triebst es ab. Nun gut. So sagte es der Herr im Genesis: Er sah die Welt und alles, was sich dort ereignet, und fand es dennoch gut. So warst du gut und schlugst ein neues Kapitel auf, last jede Zeile, und Lot’s Frau, die gute, vewandelt sich in Salz, weil sie zu freundlich war, konnt sich den Abschied nicht verkneifen. Du sagtest es schon im Spital: „Good-bye, Baby, du hast nie geweint, du assest nur das Salz und starbst, über die linke Schulter geworfen. Gingst kaputt. Nie sah ich Dich in mir. „Die Schwestern in der Kirche schrieen, fielen in Ohnmacht. Himmel, Himmel, Gloria! Sakristane rannten daher, riech das Salz, Schwester, riech das Salz. Manchmal weckt und manchmal tötet es Dich. Halt dich davon fern. Auch von Schinken, Speck und allem gesalzenen Fleisch. Halt dich fern von Onkeln, die die Hände lecken, damit das Salz schön kleben bleibt. Halt Dich fern von Meuten, die Salpeter schreiben. Frag den Heiligen für Anderes. Der Regen dauert, dauert ewig. Gott sei Dank.

 

 

 

Beinahe eine Ode an die Seekuh von Westindien

Als James Balog sagte, ihre Schnauze sei weich wie Rehhaut,

doch der Rest sei rau wie ein Fussball aus Schleifpapier, so viel zur Ode.

 

Auf der Photo rüffelt mich Anubis Pavianin, ihre Nase in die Höhe,

so dass die Nüstern den Moscheen gleichen.

Dunkel von verlorenen Sünden und dem Unheil,

das sich gegen Pilger wehrt. Sie ist verliebt.

 

Ich kauf gleich ab, was in einem Zirkus in Florida mit

Zwillingsaffen nicht geschehen kann (Haare, Leitungsrohren ähnlich,

ziehen sich der Rückennat des Kostüms lang,

freche Schlitze bei der Körpermitte wie greifbare Schwänze vergessen

in den Pseudo-Rastalocken) und ein Trödler daheim, dessen Brusthaar Fragezeichen macht. Auch

 

Die Küh von Guernsey mit sechs Mägen,

jeder separat gefüttert je nach Kopfwinkel beim Grasen,

die Eigenart des Muhens, Variante von Muuh, die Süsse

von Quecken und Klee und die Milch verschiedenen Launen

angepasst in Krügen auf ländlichen Tafeln mit Schnäbeln wie Beckenknochen.

 

Ein ausgehöltes Nasfüllhorn. Ich denke

nie dran, ob’s gut. Schon die Sehkuh

und die Pavianin kosten ihren Untergang, begrüssen ihn wie die Erfüllung lang vergessener Lust auf eine Ladung Guernsey cream Clematis, weiss wie ein glitzernder See,

der die Seekuh und den Pavian erleuchtet, sobald sie sich erblicken

beim Sprung in den den Augenblick, die Blumen werden zum Gebinde, wenn sie eintauchen, verschwinden, als ob sie gar nie dagewesen.

 

 

Und Tiere wird es haben

 

Tiere wird es haben, um uns zu unterrichten

Was wir selbst nicht lernen können.

 

Einen Pavian wird’s geben, der weder dumm

noch ungelenk sein Mandrillgesicht bemalt,

sein Dschungel wird bekriegt.

 

In ein paar tausend Jahren wird es Reiher

ohne Federn, die wir klauen könnten, geben.

Mutterschafe werden Wolle über Wolle schenken

Unsern Mangel an Bescheidenheit aufwiegen.

 

Papageien, mit kurz geschwungenen Schnäbeln,

die so bleiben, weil sie reden ohne Lügen zu erzählen

 

Die Makrele wird weiterhin jeden Frühling beim Kap

Hatteras erscheinen und gen Norden in kanadische Gewässer schwimmen,

damit die Kontinuität anhält.

Pinguine werden Hollyood’s goldene Zeien aufrecht erhalten.

 

Der Rennkuckuck wird den Menschen schlagen mit

Zick-Zack und Wenden auf nirgends abkürzbarer Strecke.

 

Sargbraune Fliege verlässt den Shawsheen River,

sich richtung Lawrence Lichter drehend.

Was die in 48 Stunden sehen macht sie erwachsen,

den Rest des kurzen Lebens fastend, sich einmal paarend in der Folgestunde,

alles verstehend, derweil ins Massengrab hinunterfallend, ein Meter dick,

Familie kommt zum selben Schluss.

 

 

Die Kronenkrötenechse fängt man nur

mit einer Tasche voller Tricks; erst bläst sie sich auf

 

und der erste von sechs Millionen Judenfischen wird aus ihrem Maul entschlüpfen.

Wir alle werden reicher sein.

 

John Dory wird John Doe ersetzen,

damit die namenlosen unter uns Peter’s Daumenabdruck

auf den Wangen haben

und die Müntze, die der Heilige von ihrem Mündern

in die Taschen zeiht. Dann wissen wir für ein und allemal, es ist keine Illusion:

Der Löwe liegt beim Lamm, die Grossmutter und Rotkäppchen

entfliehen einem Wolf mit Namen Dachau.

 

 

 

Miss Liberty verliert den Schönheitswettbewerb

 

Sollte in die Schlagzeilen, ist aber keiner Nachricht

wert, langweiliger als Sardinen

die über Ölung fischiger Skandale  tratschen.

 

Unsere liebe Frau vom Hafen, statt von Fatima,

ausser, dass sie zuerst mit einer Krone gleich der

Dornenkrone apparierte, Grund für Andrang all der

 

Massen. Avant-garde Flüchtling aus dem Horrorfilm

vor siebzig Jahren, Attack of the 50-foot Woman, hier

versteinert, von Gomorrah flüchtend, Gotham, alles „G’s“

 

wie „gottverdammt“. Da ist sie, Miss America, Dein

Ideal; das muss ein Fehler sein, Miss Liberty hätte doch gewinnen sollen. Warum gabs überhaupt nen Wettbewerb? Und

 

Wie stehts mit dem Talent? Photomodell, posiert, photogen.

Mannéquin im Schaufenster der Welt.

Im Notfall brich die Scheibe ein.

 

Ihr Feuer hatte sie verloren. In der Hand ein Eis.

Vielleicht hofiert sie Prometheus, dies grüne,

paradoxe Mädel in Tracht der Horden alter Jungfern

 

Grundausbildung lange abgeschlossen, Revolutionen ebenso,

weder Orden noch Schlaufen ergattert, kein Rang,

nicht einmal Gefreite; ist öffentlich, allmend und

 

frei. Wie glücklich muss sie sein, jeden Tag am Strand, immer im

Seichten, kaum an die Knie.

Rettungsschwimmer braucht es keine.

 

Ihr Rücken ist zu uns gekehrt, derweil sie

beim Abgang ihre Meinung ändert,

den tiefen Sitz des Sinnes, dachte sie,

ihr Haus möblierte. Sie sitzt am Wassertisch.

Ein Festmal frisch für Squanto und Hobbamock,

sie selber ist es. Sie werden konvertieren. Gäste

 

zu Gastgebern. Eine heisse Julinacht, Feuerwerk

Statt Popcorn. Es gib neue Arten

von business as usual. Der ernste Kampf besiegt

 

den Instinkt, sich nicht hinzugeben. Sie steht im

Mondlicht, Ihre Zehen lösen Kaviar; Trifft die Sonne

den richtigen Winkel,

 

so versenkt sie ihre Fackel. Wie romantisch

der Gedanke. Besser fänd sie Dudley

Do-Right. Sein Name ist Versprechen.

 

 

Grünes Licht und Gamma Wege

 

Miss Liberty ist grün, Himmel, Horizont und gelbe Haut.

Auch Sie ist eine Minderheit,

Farbe lächerlich marianischer Fabel

und kein Mann.

Behindert, verhindert

auch sie ein Flüchtling.

 

Grünes Licht ist nicht wie der Pazifik.

Grünes Licht ist nicht wie Jade.

Man kann es sehen, wenn Geld wechselt und

Hände verwandelt;

 

Grünes Licht ist die Macht, loszulegen.

Beleuchtet die Miss Liberty,

hat keine innere Genese,

doch es wärmt sie inniglich.

 

Für alle Neugeborenen

Sie kicken wie Krebse auf dem Rücken

Eltern, hinter Glas, verdrängen

ob sie hier Mörder, Diebe und Poeten, schlimmer:

einen Jazzer, der mit Blech viel Politik vergiesst, erziehen

Wunderbar, wie alles lief: Empfängnis, Schwangerschaft

Schoss geöffnet, analog zum weiten Geist.

Dann die dunkle Zeit der Bindung

Mutter, Tochter: aussichtsloser Wettbewerb

Krampfadern, Bettflaschen, Freude verbrüht.

Einsicht, dass die Augen Vögeln mit gekappten Flügeln gleichen.

Die Sonne im flachen Winkel gefangen.

Erschöpfte Eltern stehen hinter Glas

Ersehnen Frühlingszeichen

Unvertraut der Gang der Jungen

Zahlen muss ich nun für alles,

was ich Mutter angetan. Meine Tochter ist wie ich.

Langer Heimflug stark verzögert.

Mein Dasein hält die Maschine am Boden.

Steig ich aus, dann wird sie fliegen.

Propeller, ein Kreuz, das kreisend mich zersägt.

Verflucht bin ich, die Mutter tot.

Nicht die Geburt, mein Leben voller Frevel ist ein Wunder.

Auch Gott hab ich misshandelt; auch er ein Elternteil

am Fenster stehend, auf seine neuste stolze Schöpfung wartend

Ersehnt ein Frühlingszeichen.

 

 

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