2011-01-08 14.49.44 HDR

Wer hier wohl weint, wenn nicht der diamanten Wind zu dieser Stunde.
Wer weinet hier, so nah dem Anblick meiner eignen Tränen?
Die Hand, mein Wesen sacht berührend,
träumerisch doch folgsam führend in das tiefe Ende,
Von meiner Ohnmacht fliessend Trän‘ erwartend
Von meines Schicksals vielen Seiten
Ein wundes Herz erhellt die reinsten.
Von vorwurfsvollen Schatten kündet mir der Sturm,
der hier in Schlucht und Felsen sich verkrochen.
und traurig Ding nach Bitterkeit gerochen.
Gemurmel von Weh und Enge
Was sträubst du dich, und jene kalte Hand, und welch fliehend‘
Blattes Zittern ruh um euch, Inseln meines blanken Busens?
Strahlend bin ich diesem Ort verbunden…
Volle Traube blinzelt meinem Unheilsdurst entgegen.
Allmächtig fremde, unausweichliche Gestirne
Geruhet Euch, aus ferner Zeit hervorzuleuchten,
rein, überirdisch, was weiss ich;
Ihr, die ihr in die Sterblichen jene Splitter, jene unbesiegbaren
Lanzen Tränen lockend rammt,
Und eure bittere Unsterblichkeit,
Allein steh ich hier mit euch, zitternd, mein Lager verlassen;
die Klippe wunderlich zerfressen,
frag mein Herz nach Pein, die es geweckt,
Welch Frevel mir, an mir begangen?…
Folgt der Schmerz verstocktem Traum?
Wenn (samtgolden Lampenhauch entflieht)
Meine Schläfen breit verzierend,
Und lange Zeit die Seel der Helle harret?
Alles? Alles mir, du Liebe meines Fleisches,
in meinen sanften Banden, Blut gebunden,
Sah ich mich sehend verschlungen, versüssend
von Augenblick zu Augenblick, meine tiefen Wälder.

Da folgt ich einer Schlange, gekommen mich zu beissen.
Welch Flucht vor Sehnsucht zieht sich zu!… Welch unruhig Zierde zerrt an der Begierde?
So dunkler Durst nach Klarheit.

O List… Im Schein belassen Schmerzes
Fühl mich mehr erkannt als versehrt…
Und aus tiefstem Verrat entsteht Gedanke:
Das Gift, mein Gift sich kennt und mich erklärt.
Färbt ein die Jungfrau tief in sich verschlungen,
neidisch… doch auf wen, neidisch und bedrohlich?
Welch Schweigen spricht zu meinem einzig Eigner?
O Götter! Zu meiner dunklen Klage stille Schwester sich gesellt, grosse Augen auf sich ziehend.
Hinfort! Dein dummes Wesen brauch ich nicht,
liebe Schlange… entgleit, dem Schwindel fall anheim.
Verschone mich vor wirren Knoten,
Noch Deine Treu, die mir entflieht und prophezeit…
Meiner Seel‘ gereicht zur Zierde des Verfalls!
Sie weiss um meinen irren und geplagten Schatten,
Nachts um meine Brust gewunden Edelstein im Mund;
Lange trinkt sie von der Milch der Träumerei…
Lass fallen von Geschmeid‘ umgebnen Arm,
Der meinem geistig Los mit Liebe droht…
Du könntest mich nicht schlimmer quälen,
nicht weniger ersehnt… Leg darum diese Wellen,
Gedenk der Wirrnis, schändlichen Versprechen…
Und Überraschung schrumpft. Augen weit geöffnet.
Von reichen Öden hat ich nichts erwartet
Nichts mehr als die Geburt von Zorn und Tauen;
Erhitzte Tiefe glänzt vor lauter Trockenheit
so fern,ich trete näher und verstell mich, seh
Gedankenhöllen: grenzenlos von Hoffnung frei.
Gewiss, mein Ohnmacht manchmal vorgegaukelt,
Der Geist nicht immer rein, gar frevlerisch
Einsam Schwung mit flammend Sporn
Die Wand der Gruft wird er nicht schleifen.

Hier unten alls entstammt dem ewig Warten.
Selbst Schatten weicht gewisser Agonie,
Geizig Seele findt sich hier, bewegt vom Biest,
das an dem Feuertor‘ sich windet…
Wie launisch flink du scheinst,
Reptil, geschmeidig weichst du meinem Streicheln,
So nahe Ungeduld so schwere Wehe,

Wer bist Du, so nah an meiner ewig Nacht,
Betörend Ahnungslosigkeit im Schlaf betrachtend.

Mein Verderben, ich mag es sehen,
doch bin ich wendiger, gemeiner.
Flieh! Von dunkler Umkehr hol das klebrig Seil zurück!
Such nach verschlossnen Augen für Deine schweren Tänze.
Breit aus deine Roben auf anderen Lagern.
Hege die Samen ihres Leids auf den anderen Herzen,
Auf dass in den Ringen deines wilden Traumes
ängstlich Unschuld hächle bis zum Morgengraun…
Ich, ich wache. Lass raus, blass, wundersam,

Feucht unvermeidlich Weinen,
Mangel an Umriss tödlich wieg ich
Mich selbst… eine helle Gruft zerschmetternd.
Stütz mich auf unruhig und doch überlegen,
So viel sehend zwischen Nacht und Auge,
Gesten, kleine, meinen Stolz umgarnend.
In Angst, ein göttlich Schmerz zu missen!
Küsste feinen Bisses Spuren auf der Hand,
Mein‘ welken Körper kenn ich nur
Vom Fühlen abgelöst, brennend auf der Krempe

Adieu, wahnt mir, sterblich Schwester, Lüge
Angenehmes ich, fern dem Traum,
Wendig‘ Frau und Hof des nahen Schweigens
reinen Handelns!… Ich glich dem Tage, seiner Braut,
lächelnd Stütze, Liebe formend
allmächtig angebeten‘ Höhe
Welch Glanz auf meine schimmernd goldnen Wimpern,
Mein Lid erdrückt der Schätze Nacht,
Anbetend eure goldne Dunkelheit
Ewigem bereit, das mich umgeben will,
Opfre mich auf samten Flucht, die er verschlingt;
Todessehnsucht flüstert mir
In heller Frucht durch Sonne reif,

Wahrhaft bittre Zunge will mich nicht erreichen.
Bloss die nackte Schulter preisgegeben
Zum Licht, zu dieser Honigkehle,
wo zart Geburt den Himmel schafft
Gestalt der Erde still entschlummert.
Dann von strahlend Gott gefangne Vagabundein
Wank‘ ich brennend Schrittes, reinen Boden tretend,
Lesend und verschwimmend Schatten auf dem Linnen.
Glückliche, betörend Blum‘ Gebinde,
die meiner Robe Dolden spinnt,
verwehrend fliehend Stolz;
Und wenn der Freiheit Faden doch
Das Kleid zerreist, gebogen wilde Ranke
meines rauhen Körpers sich verrät,
nackt unter wogend lebend Farben Tuch
Was will sich unsereins den Blumen widersetzen?

Nur halb bereu ich diese eitle Macht…
Mit Sehnsucht eins, ich habe ihr gehorcht,
Drohend, diesen glatten Knien verbunden;
So klar Bewegung meinem Wunsch entgegen
Dass meine Sach‘ mir gar lebendig wurde!
Mein Licht entgegen schwamm die helle Tonfigur
Und auf flammend land natürliche Träume,
Unvollendet Schritte scheinen ewig anzuhalten.
Wär es nicht, o Glanz, zu meinen Füssen, der Feind,
mein Schatten! Geschmeidig biegsam Mumie,
die Erde deren leichten Tod ich entfloh.
Zwischen Ros und mir, seh sich schützen ihn vor mir;
Auf tanzend Staub sie gleitet, Blätter
nicht behelligt, geht vorbei, verletzt sich überall..

Gleite, Todesnachen…

Und ich wohlauf, zäh, von meiner Nichtigkeit geheim geschützet,
Doch, wie durch Lieb‘ ein Spiel entflammt,
Nüstern und Duft des Orangenhains sich einen,
Befremdet Blick auf diesen Tag
O! Wie viel mag wachsen in der eigenartig Nacht
Meinem Herz entfernt geheimnisvoller Teil,
welche dunkes Werk meine Kunst vertiefend!…
Fern reiner Umgebung, bin ich gefangen,
Von diesem Duft in Ohnmacht geschlagen.
Durch Strahlen seh mein Gestalt erzittern,
Des Goldes Launen von Marmor umgeben.
Das seh ich bloss mit verlornen Blicken;
Mein schwarzes Aug‘ die Schwelle infernaler Orte!
Ich denke, der Brise Stunden überlassend
Und die Seel ohne Rückkehr bittrer Sträuche
Ich denke, auf Universums goldnem Rand,
An das, was Untergang verströmt und Pythierin geraubt,
das Hoffnung heult auf dieser Erde Ende.
Erschaffe mein Geheimnis neu, meine Götter,
meine von Himmelsworten unterbrochnen Schritte,
Meine Pausen, Träumereien auf dem Fusse tragend,
Des Vogels Flügel spiegelt wechselnd,
Hundertfach mit Sonn‘ das Nichts bespielt,verbrennt
in dunkler Tiefe klaffend Marmorschlund.

O wie gefährlich ist sein Blick auf Beute!
Geistig Auge meiner seidenen Gestade
Hat Beut‘ und Blässe schon zu oft gesehen,
deren Farbe und Verlauf mir prophezeit.
Langeweil offenbare beim Durchleuchten der Nuance,
Verleiht meinem Leben tödliche Avance:
Morgengrauen entblösst mir feindlichen Morgen.
Halbtot war ich, vielleicht halb unsterblich,
davon träumend, dass die Zukunft selbst
nichts als ein Diamant, das Diadem,
in dem sich Kält‘ und Schmerz vereinen, die nebst soviel
losen Flammen meine Stirn umschliessen.

Wird die Zeit versuchen, aus meinen vielen Gruften,
einen Abend, den die Tauben am meisten lieben, zu erwecken?
Ein Abend vom Fetzen des Wanderers Kleid den Faden entspinnt,
meiner braven Kindheit Abbild Röte, smaragden
feuchte langer Rose der Scham.Erinerung,
Pranger von golden Winde angegriffen
Maskierter Atem purpurn durchtränkend die Abwehr,
selber entflammend andre zu sein als ich war..
Fliess, mein Blut, verfärb den blassen Umstand
Der das Blau deiner heilig Ferne veradelt
Und gnadenlose Iris der Zeit, die ich liebte!
Verzehr von mir dies farblos Geschenk
Komm, auf dass ich sie erkenne und hasse,
die Schattenkind, heimlich verschworene,
dies klare Unglück das in den Wäldern badet…
Aus meiner eisig Brust bricht hervor die Stimme
Deren Rauheit und verschleiert Liebe nicht beachtend…
Bezaubernd Hals geflügelt Jägerin suchend.
Mein Herz so nah versagend Herz?

Weite Augen, war das ich, die sich begraben glaubte
In der Süsse, die Eure Bosheit dereinst wird belächeln…
O Tränen… zäh meine Wangen runterrinnend,
oder du… aus Wimpern dringend flüssig Wesen
Mild Abendglühn von wirrer Kraft geschunden?

„Dass im Himmel belegen, meine Augen
meinem Tempel folgend und auf mir ruhend ein Altar ohnhegleichen.“
Aus meinem Körper schreit steinern Blässe…
Die Erde ist mir nur noch farben Band
fliesst hinab, der Ohhmacht weisse Stirn verweigernd…
Universum erlöschend, auf meinem Stamm erzitternd,
Nachdenklich Krone fliehet meine Geister,
Der Tod durchatmet Rose ohne Preis,
Auf der der Schmerz sein dunkles Ende einverleibt.
Auf dass mein milder Duft Dir den Kopf zerbreche,
O Tod, atme endlich diese Königssklavin:
Ruf mich her, Befreiung!… bring mich zur Verzweiflung
die mir selbst erschlaffte, verwünschtes Bild!
Höre.. Wart‘ nicht mehr… das neugeboren Jahr
Von meinem Blute wahrsagt Bewegungen, geheime:
Eis nun weiche, die letzten Diamanten beweinend…
Morgen, Seufzer aufgeräumter Güte,
Frühling eisig Quell‘ zerbrochen.
Erstaunlich Frühling lacht, verdirbt… Weiss nich woher?
Zerrinnet mir so sanft die Unschuld,
Und Zärtlichkeit das Innerste der Erd‘ aufnimmt.
Bäume neu erwacht, von junger Rind‘ bedeckt
Mit so viel Ästen, zu vielen Horizonten nun bewehrt
Zur Sonne wendend schwer Gewand
Zum bittern Himmel steigend mit beflügelt
Tausend Blättern, die sich neu empfinden..
Hörst nicht zittern diese Namen in den Lüften?
O Taube! – Und wo gequält von Fesseln,
Zittternd Holz lebend vom Wipfel gebogen
Für und gegen Götter leblos Baumstrunk rudernd
Der schwimmend Wald woher die groben Stämme
Fromm die launisch Seiten tragen,
Zerrisen Abschied von erhabnen Inseln,
Ein milder Fluss, o Tot, veborgen im Gestrüpp?

Wer, Sterbliche, widersteht solchen Wirbeln, welche sterbliche?

Ich so rein,

die Knie der unbeholfen Angst geweiht.
Mich quält der Wind. Ein Vogelschrei durchdringt
den wirren Lärm der Kinder…

Der Schatten, der mein Herz
beklemmt, und Rosen Ihr! Mein Seufzen hebet Euch empor,
ach Siegerin! Welch feine Hände schliessen diesen Korb…
In meinem Dulden, oh, das Blei der Bienen, Dauernd fallend,
Trunkenheit vom Feuerkuss,

Moment entrückt von meinem zweifelhaften Tage
und Licht… wo Du, der Tod! Der schnellste soll mich nehmen!…

Es pocht, mein Herz, es pocht und pocht!
Mein Busen, feurig, ziehet mich hinfort!

Soll er schwellen, wachsen und sich formen,
Zeugnis, ach so mild und hart,
in meinem blauen Netz gefangen.

Hart mit mir, und doch so mild in ewig Munde.
Geliebte Geister,
gebor’n wo Durst das Sehnen mir vereint! Helle Gesichter! …
und ihr, betörend` Liebesfrüchte,

Hab ich von Göttern diese mütterliche Form erhalten,
geschwung’ne Flanken, Kelche, Falzen,
Auf dass das Leben süss’ Altar umarme,
Wo fremde Seel auf ewig sich von vorn vereint,
wo Samen, Milch und Blut für immer fliessen?
Oh nein, welch Schrecken sich nun offenbart
– beklagenswerte Harmonie

Ein jeder Kuss verkündet neue Agonie…
Betracht verfliessend, fliehend Ehr des Fleisches
Hilflose Mahnung tausendfacher Bitterkeiten…
Nein, ihr Seufzer! Nein, schaue, Zärtlichkeit, umwohne mich,
Volk von dem ich wünsche dasss es lebe,
Nein, mein Leben nehmrt ihr mir nicht weg! – Wohlan denn,
ihr Gespenster, die Nacht seufzend verhauchend,
Wohlan, gesellt euch unzähligen Toten,
ich lass nicht ran das Licht an jene Schatten,
fern halt ich Euch den dunklen, klaren Geist.
Und dann – Mein Herz euch auch verwehrt des Bannes Strahl.
Bemitleid‘ uns, Wirbelstürm’aus Staub

Grosse Götter! In euch verliern sich meine irrend Schritte;
fleh nur noch in die schwache Helle.
Seit langem schon mein Antlitz schwindet.
Drängend Träne, meine einzig Antwort.
Träne, die zitternd menschlich Aug
Begräbnis Vielfalt hier vollzieht,
Der Seel entrinnst Du, Labyrinthes MüHe,
Dem Herz entnimmst von Zwang geplagte Tropfen,
Verirrung meines teuren Safts
Der Schatten meiner Lider gleich entfernt
Fein Gelag‘ der Vorbehalte!
Grotte der Angst in mir an der Grund
Geheimnisvolles Salz das Wasser lässt erstillen.
Woher gebierst Du? Welch traurig neues Werk
Zerrt an Dir so spät, im bittren Schatten?
Deinen Pfad verwischend, unerträglich Bürde,
In der Zeit die ich erlebe, die Langsamkeit, die Du
bewirkst mich hier erstickt – Ich schweig mich aus,
atmend deinen festen Schritt, der meine Rettung junger Wunde ruft?
Doch Wunden, Schluchzer, düster Suche , nur weshalb?
Für wen, ihr fröhlich Gräuel, plagt ihr diesen kalten Leib?
Blind für offen Hände, Hoffnung nicht beachtend,
Wo eilt er hin, ohn‘ Antwort eigner Torheit,
dieser Leib in schwarzer Nacht von eigen Glauben erblasst?
Düstere Erde… Algengemisch, trag mich fort,
trag mir sanft meine schneeumwehte Schwäche
wird sie weiterziehen bis in ihre Falle?
Wo zieht er hin, mein Schwan, wo sucht er seinen Flug?
Kostbare Dauer – o Befindlichkeit des Bodens,
mein Schritt verfliesst in Dir in heilig Fassung!
Doch unter lebend Füssen tastend was erschaffen
mit erschaudern die Geburt versprechend.
Nah und zwischen diesen Schritten, träumt mein Hinfall…
Der harte Fels, von dem die Algen gleiten,
daran zu fliehen (wie sich selber unsagbar allein).
Heb an… Wind streift übers Leichentuch
Gewoben aus unerfasslich Meeresrauschen,
Verwirkt die stumpfe Klinge des Ruins, der Qual.
Soviel Schluchzen, soviel holprig Röcheln,
Zerbrechlichem allumfassend. Verschwendet Lose.
Verzweifelt. Gefrässig vergessen umrollt.

Ach, wer find’t mein Spur der blossen Füsse?

Wann hört es auf, das ständig Träumen von sich selbst?
Trüber Boden, mit Algen vermischt, trag mich fort.

Im Sonnenaufgang wirst Du bitter Dich wiedererkennen.
Ein Spiegel des Meers.
Hebt sich… Gestriges Lächeln verkündet enttäuscht
der Zeichen erlöschen, gefriert im Osten blasse Linien
des steinernen Lichts,  und das Verliess auf einmaligem Horizont fliesst.

Sieh: Den blanken Arm erblickt, der sich entblösst.
Seh Dich wieder, mein Arm… du trägst das Morgengrauen.
Welch Grobheit
Erwach von einem unbesiegten Opfer… und Schwelle,
so süsse… so klar, schmeichelnd die Klippe schleifend,
Welle sich neigt, hohen Seegang reinigend beschwichtigt,
Der Schatten der Mich verlässt, unvergänglich Hostie,
Entdeck mein Erröten nach neuen Verlangen,
Auf schrecklichem Altar meiner Erinerungen.
Dort, der Meerschaum macht sich sichtbar;
Und dort, zitternd auf der dünnen Barke,
auf jeder Wellenschulter, ein ewiger Fischer.
Alles wird nun im feierlichen Akt vollenden,
immer neu erscheinend, unvergleichlich keusch,
Und die frische Gruft von neuem bauen
Im dankbaren Zustand ewigen Lächelns.

Seit gegrüsst! Gottheiten der Rose und des Salzes,
Und die frühen Spiele jungen Lichts,
Inseln!… Bienenhäuser, bald schon wenn die erste Flamme
Verursacht euren Fels, Inseln, wie ich prophezeie
Errötend verleugnend mächtig Paradies
Von fruchtbar Feuer verängstigte Wipfel,
Wälder voller Tiere Knurren und Ideen
Menschlicher Hymnen, die in der Gab‘ gerechten Ethers gipfeln.
Inseln! Im Rauschen der Meeresgürtel
Ewig jungfräulich Mütter, selbst mit diesen Malen versehrt auf
Knien wunderbarer Parzen gleich ihr mir
Unvergleichbar Himmelsblumen,die ihr pflanzt,
Aber in der Tiefe frieren Eure Füsse
Und ruhige Schläfen bringt der Hintergrund der Seele
Mein Tot, geheimes Kind schon vorgeformt,
Und ihr göttlichen Ekel, die ihr mir Aufschwung, Blühen bringt.
Reiner Auswuchs der Leuchter meines Loses, warst Du, Eifer, nicht von nobler Dauer! Entführer soll sich nicht mit ihren Atem bemalen.
Und in vollkommner Nacht die Stärke zu erflehen,
mit Lippe höchsten Murmelns vorzutäuschen.

Ich nähre den Glanz des reinsten Todes
Der Art, wie ich früher die Sonne getragen…
Verzweifelt Körper überspannt den nackten Rumpf,
Wo Seele dürstend nach sich, nach Stille und Ruhm,
bereit zu entschwinden der eigenen Erinnerung,
lauschend, voll Hoffnung, an fromme Mauer pochend
dies Herz, – mit geheimnisvollen Schlägen sich verdirbt
zitternd verendend Blättchen, mein Dasein…

Vergeblich Warten, vergeblich… Sie kann nicht sterben,
sie die vor ihrem Spiegel weint um sich zu erweichen.
Hätt sichs nicht geziemt, O Närrin, meinem feierlichen
Ende zu wählen als Qual
Diese helle Verachtung der Feinheiten des Loses?
Wirst Du nie finden sichtbaren Tod.
Kein Abhang steil genug auf dem ich gleit zum Untergang
Der durch lange Betrachtung des Opfers,
blass, die nicht aufgibt und blutet ohne Reu‘?
Die ihm alles Blut vergiesst, nicht mehr sein Geheimnis?
In welch weissem Land lässt jenes Purpur sie gelangen
Zu äusserstem Sein und schöner Schwäche!
Besänftigt die Zeit, die ihr aufgehoben
Grosser Moment lässt sie nicht mehr erblassen,
So leerer Leib küsst dunkle Fontäne!
Vereinsamt zusehends, bewegt sich immer ferner…
und ich mit solch Schicksal, das Herz noch immer so nah,
mein Gefolge im Geiste, wiegt sich auf Zypresse…
Fühlte mich verführt, geopfert und verzehrt;
Alles versprochen den glücklichen Wolken!
Selbst erschien ich mir als dunstumhüllter Baum,
In dem sich sich leicht verflüchtigt Erhabenheit
Sich der Liebe zu dem was breit hier liegt widmend
Grosses Wesen nimmt mich ein, und meinem göttlich
Herz entweicht aus glühend Weihrauch unvollendete Gestalt.
All die strahlend Körper beben in meinem Wesen.

Nein, nein! Reize nicht dies Eingedenk!
Dunkle Lilie! Düstere Verbindung der Himmel,
Dein Strenge konnte nicht zertrümmern kostbares Schiff
Inmitten der Momente berührtest Du Erhabenes…
Doch wers gebracht mit selber Macht
Sich hat erwählt Dein Angesicht auf leuchtender Reise?

Suchst Du, sag mir nur, auf diesem tauben Weg
Die Nach, inmitten der Toten, am Tage Deiner Verbannung?
Erinnere Dich Deiner, und zieh am Faden Deines Instinkts
(Dein goldner Finger wird ihn am Morgen bezweifeln)
Der Faden dem Verschlagenheit blindlings gefolgt
Bis zu diesem Ufer Dein Leben gerudert.
Sei subtil… grausam… oder noch subtiler! … Lüge!…
Aber wisse!… bring mir bei diese Zauber,
Lass sein was warmem Rauche nicht entflohen,
noch die Sorge tönern duftender Brust,
Bei welcher Heimkehr zu Dir, Schlange, hast du Deinen
Höhlenduft und deine traurigen Geister geholt?

Gestern das dumpfe Fleisch, das Fleisch der Mätresse hat mich verraten…
Oh! Ohne Traum und Zärtlichkeit.
Kein Geist, kein Duft hat mir den Untergang versprochen
Auf männlichem Hügel sterben eingebildet Arme;
Noch durch den Schwanengott, voll beleidigt Federn,
Sein gleissend Weiss kann mein Gedanken nicht berühren.

(…)

Paul Valéry (Übertragung M. Reinhard-DeRoo)

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