Das Glockenseil das Gott am Morgen einfängt
Lässt mich nun los,  als stürzte ich entlang dem Klang
verlebten Tages – den kathedralen Rasen zu durchwandern
vom Grabe bis zum Kruzifix, auf Höllenstufen frieren Füsse

 

Hörst Du, siehst Du nicht den Schwarm der Schatten,
des Schulter antiphones Glockenspiel umschwirrt,
entlöst bevor die Sterne eingefangen
und in den Sonnenstrahl geworfen?

 

Die Glocken! Die Glocken zertrümmern ihren Turm,
und schwingen sonst wo hin. Schwengel treiben
Membrane  ins Mark – zerfurchter Stab
zerbrochne Kerben – und ich ihr Sklave, Ministrant

Ovale Episteln in Schluchten streben hoch zum Lobgesang,
zu hohe Stimmen massakriert!
Pagoden, Kampanil und Totenglöckchen springen auf
O stufig Echo auf dem Felde ausgebreitet

Und so geschah‘s, betrat nun das zerbrochen Land,
suchte die Spur der seherischen Liebesbande –
Ihre Stimme: Ein Augenblick im Wind (weiss nicht, wohin verworfen).
Doch nicht zu lang, jed‘ ausweglose Wahl erhaltend

Mein Wort verströmt ich, doch kannt es
das Fanal des Richterkönigs in den Lüften,
des Lenden Erde bronzen färben, streicht  Wortkristall in Wunden, die einst der Hoffnung zugewandt – gespalten in Verzweiflung!

Mein Blut schoss hoch, doch ohne Antwort –
kann Blut so hohen Turm denn stemmen
– die Frage in die Wahrheit schleudern? –
Oder ist es sie, deren süsse Sterblichkeit versteckte Mächte rührt?

Und wes Puls ich hör, die Schläge zählend,
Die Ader sich erinnert und ergänzt, belebt und sicher
nun der Angelus der Kriege meiner Brust entreisst:
Was ich geheilt, nun einzigartig und so rein erhalte

Um, ganz von innen, einen Turm zu bauen,
doch nicht aus Stein! (Stein kann den Himmel nicht ummanteln)
doch gleitend Kiesel – sieh! Flügel der Stille gewoben in azurne Kreise
– wachsen bis sie runtertropfen

 

Die Matrix des Herzens  – heb nieder das Auge
Umschliesst  den stillen See – lässt einen Turm anschwellen…
Geräumig, hohe Himmelszierde
Entsiegelt ihre Erde, hebt Liebe hoch zu ihrem Wasserfall

 

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